Worte gefunden
Buch
Wer benutzt heute noch religiöse Wörter? Die meisten, denn wer war nicht schon einmal begeistert von einer Sache oder hat mit einer Engelsgeduld den Litaneien seiner Freunde über deren Liebespech zugehört? Theologin Pascale Rondez ist fasziniert vom religiösen Sprachschatz in der Alltagssprache. Von Hochschulangehörigen wollte sie deshalb das schönste Wort wissen und organisierte im Namen des Hochschulforums den Wettbewerb «Worte gefunden». Über fünfzig Vorschläge trafen ein – mit der verlangten Begründung. Daraus entstanden ist ein Sammelband.
Das schmucke Büchlein wurde an der Vernissage am 5. Oktober im Turmzimmer der Universität vorgestellt. Rondez begrüsst an diesem Abend alle Anwesenden persönlich mit einem Händeschütteln. Der Duft des Apérogebäcks erfüllt den Raum. Nach der Eröffnungsrede, die klanglich an eine Predigt erinnert, führt Cellistin Stefanie Maurer das Publikum ins Thema ein. «Am Anfang war die Idee», beginnt sie und liest aus den eingesandten Texten vor. Mit ihrem Spiel zieht sie die Zuhörer in ihren Bann, die Darbietung ist der Höhepunkt des Abends.
Pascale Rondez ist mit dem Endprodukt zufrieden und erfreut, dass sich Studierende aus diversen Fachrichtungen beteiligt haben. Auffällig ist der Qualitätsunterschied der verschiedenen Texte. Während einige wahrhaftig literarisch und gut durchdacht daherkommen, gleichen andere einem strukturlosen Sinnieren über ein beliebiges religiöses Wort. Auch die Quantität ist sehr unterschiedlich – von einem Satz wie «Klang und Bedeutung sind schön» zu mehreren Seiten tiefgründiger Auseinandersetzung ist alles vorhanden. So sind in dem Büchlein «Worte gefunden» nicht nur einige ungewöhnliche Ausdrücke, sondern auch spannende Beiträge zu finden.
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